CIRKLA Summer School 2026: Kreislaufwirtschaft konkret – die Transformation der Stahlindustrie

Vom 7. bis 11. September 2026 brachte die Zweite CIRKLA Summer School „Green Metallurgy: Case Study Steel” eine interdisziplinäre Gruppe von Nachwuchsforschenden an der Universität des Saarlandes zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens standen der wissenschaftliche Austausch sowie Einblicke in kreislauforientierte Stahlsysteme in Industrie, Bauwesen und weiteren Anwendungen.


Ein internationales und fächerübergreifendes Event

Die Summer School brachte 22 Teilnehmende aus 18 Institutionen und 10 Ländern zusammen, darunter Deutschland, Dänemark, Armenien, Italien, Indien, Schweden, Belgien, Tschechien, Spanien und Luxemburg. Die Gruppe umfasste Promovierende, Postdocs und weitere Forschende in frühen Karrierephasen sowie Teilnehmende aus der beruflichen Praxis und Industrie. Ihre Fachgebiete reichten von Materialwissenschaften und Biotechnologie über Betriebswirtschaftslehre bis hin zu weiteren Forschungsbereichen und Praxisfeldern der Kreislaufwirtschaft.

Im Fokus: Kreislaufwirtschaft, Stahlindustrie und Innovation

Prof. Dr. Frank Mücklich eröffnete die Summer School mit einer Begrüßung und einer gemeinsamen Vorstellungsrunde. Er ordnete die Veranstaltung in den größeren Kontext von UniGR-CIRKLA und der Projektarbeit im Bereich kreislauffähiger Materialien ein. Es folgten kurze Vorstellungen der beteiligten Projekte und Arbeitsgruppen, darunter ein Überblick über die Projekte MOWSES und Circular Saar.

Im Laufe der fünftägigen Veranstaltung schlugen verschiedene Beiträge die Brücke zwischen wissenschaftlichen Erkenntnisse, organisatorischem Wandel und praktischen Ansätzen zur Kreislaufwirtschaft:

  • Prof. Dr. Jörn Block von der Universität Trier sprach über zirkuläre Geschäftsmodelle in verschiedenen Branchen sowie deren Herausforderungen und Erfolgsfaktoren.
  • Daniel Rupp von der Dillinger Hüttenwerke AG stellte „Power4Steel: Green Transformation and Circular Steel Production“ vor und beleuchtete den Wandel hin zu einer grüneren und stärker zirkulär ausgerichteten Stahlproduktion.
  • Dr. Philipp Reinhold von der Uni Saarland ging auf den rechtlichen Rahmen und die Herausforderungen des internationalen Stahlhandels ein.
  • Romain Trauchessec von der Université de Lorraine beschäftigte sich mit Eisen- und Stahlwerksschlacken als Baustoffen.
  • Simon Ferner von Saarstahl thematisierte die Herausforderungen bei der Umstellung auf aluminiumfreie Stahlsorten

Ergänzt wurden die wissenschaftlichen und institutionellen Perspektiven am Mittwoch durch einen Besuch der Dillinger Hütte, der den Teilnehmenden direkte Einblicke in die regionale Stahlindustrie und deren Transformationsprozesse ermöglichte.

Fünf Teams – eine Herausforderung: Wege für die Stahltransformation gestalten

Ein Circular Innovation Hackathon, geleitet von Prof. Dr.-Ing. Christian Köhler von der htw saar, bildete das praktische Highlight der Woche. Als Fallunternehmen diente SHS – Stahl-Holding-Saar.
Fünf Gruppen arbeiteten an unterschiedlichen Themenfeldern, darunter Offshore-Wind-Monopiles, Offshore-Wind-Rotoren, Schienen und CO₂-arme Schienenkomponenten, Stahlbrücken sowie Anwendungen im Automobilbereich. Jede Gruppe entwickelte ein Konzept für die Kreislaufwirtschaft, analysierte die für die Umsetzung relevanten Akteure und Wertschöpfungsnetzwerke und überführte das Konzept in ein Geschäftsmodell für SHS.

Die Fallstudie kam bei den Teilnehmenden besonders gut an. In Coaching-Sessions und Zwischenpräsentationen konnten die Gruppen ihre Ideen im Laufe der Woche testen, diskutieren und weiterentwickeln.


Ausblick

Insgesamt beschrieben die Teilnehmenden die Summer School 2026 als eine sehr positive Lernerfahrung und schätzten insbesondere die Kombination aus interdisziplinärem Austausch, Gruppenarbeit und Praxiseinblicken in die Industrie. An diese Erfahrungen lässt sich in künftigen Ausgaben anknüpfen, etwa durch eine Weiterentwicklung des Fallstudienformats oder die Einbindung weiterer Themen wie kritische Rohstoffe, Abfallströme, Biotechnologie oder Ressourceneffizienz.

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